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Call for Papers

Die Konstitution der Medienpädagogik.

Zwischen interdisziplinärem Forschungsfeld und bildungswissenschaftlicher (Sub-) Disziplin.

Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und der Sektion Medienpädagogik der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen

Ort: Centrum für internationale Entwicklung Sensengasse 3, 1090 Wien

Termin: 29.-30. September 2016

Ein Blick auf die medienpädagogische Forschungspraxis zeigt die gute Konstitution der AkteurInnen: Zahlreiche Projekte, gut etablierte Tagungen, Arbeitsgruppen in mehreren Fachgesellschaften sowie diverse Buchreihen und Zeitschriften demonstrieren den Er­folg. Von dieser Performanz durch die Realisierung von Distinktionsgewinnen zu profi­tieren, scheint aber nicht immer zu gelingen: Neue medienpädagogische Institutionen in Forschung und Praxis sind selten, vorhandene arbeiten oft unter prekären Beding­ungen oder werden bei der ersten Gelegenheit abgewickelt.

Dies mag daran liegen, dass die AkteurInnen in verschiedenen Disziplinen antreten. Sie sind in DGFE, ÖFEB, DGPUK, GI und GFM aktiv und beschreiben Medienpäda­gogik als Subdisziplin der Erziehungs- oder Bildungswissenschaft, der Kommunika­tions­wissenschaft, der Informatik, der Medienwissenschaft oder als als multidisziplinär­es Fach. Von welcher Disziplin ist Medienpädagogik dann die Subdisziplin? Ist Medienpädago­gik möglicherweise als eigene Disziplin zu fassen? Was ist ihr Gegenstand und welche Aufgaben kommen ihr zu? Auf welche Notwendigkeit “im Sinn der Not, welche die Pra­xis wendet, auf welche die Praxis antwortet, die sich an einer Not orientiert, die es gilt zu wenden?” (Benner 1980: 468 ) antwortet die Medienpädagogik?

Es gehört zu den Aufgaben wissenschaftlicher Disziplinen, sich durch eine Bestim­mung ihres Gegenstandes und diesem angemessene Methoden selbst zu disziplinie­ren und so zu konstituieren. Die Frage, ob eine Konstituierung der Disziplin durch Prin­zipien, Performanzen, Pertubationen oder nur als Parodie möglich ist, steht im Mittel­punkt der Tagung.

Im Anschluss an die Leipziger Tagung zu “Methodologien und Methoden” (2011), in der die methodologische Dimension der Disziplin diskutiert wurde, und die Aachener Tagung zu “Spannungsfeldern und blinden Flecken” (2015), in der die gegenstands­theoretische Dimension der Disziplin im Mittelpunkt stand, sollen nun die wissen­schafts- und erkenntnistheoretischen Aspekte einer Konstitution der Medienpädagogik diskutiert werden. Insofern die drei Aspekte aufeinander verwiesen sind, kann der in­ten­dierte Rahmen mit folgenden Fragen markiert werden:

  • Was kann die Medienpädagogik wissen?
    Was ist ihr Gegenstand? Welche Begriffe sind konstitutiv? Wie können Teilbereiche geordnet werden? Welchen Quellen vertrauen wir? Wie gehen wir mit Ungewissheit um?

  • Was soll die Medienpädagogik tun?
    Darf die Medienpädagogik alles tun, was technisch möglich ist? Darf sie sich mittels ‘Verstehen’ und ‘Erfahrung’ oder ihr ‘Tun’ konstituieren? Soll die Wissenschaft der Praxis entsprechen?

  • Was darf die Medienpädagogik sich erhoffen?
    Welche Begründungsformen aus Informatik, Kommunikationswissenschaft, Medienwissenschaft, Psychologie oder Soziologie sind in welchem Verhältnis zueinander relevant? Welche eigenen Begründungsformen gibt es? Sind die Grenzen des Menschen für die Medienpädagogik relevant? Wie ist Medienpädagogik zu begrenzen?

  • Was ist eine Medienpädagogin oder ein Medienpädagoge?
    Sind sie Symbole? Was macht ihre Identität aus? Arbeiten sie in Schulen? Worin bestehen ihre Performanzen?

Neben wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Beiträgen zur Konstitution der Medienpädagogik sind auch themenunabhängige Beiträge, Berichte aus aktuellen Forschungsprojekten sowie Beiträge aus der Praxis zu Erwartungen an die wissenschaftliche Medienpädagogik herzlich eingeladen.

Einreichung von Abstracts zum Tagungsthema

Eingereicht werden können Abstracts (max. 500 Wörter zuzüglich Literaturhinweise). Die Vorschläge werden in einem doppelt blinden Gutachtenverfahren beurteilt. Das Programm wird aus den positiv beurteilten Einreichungen unter Berücksichtigung der Interessen des Publikums zusammengestellt.

Bitte senden Sie Ihren Abstract bis zum 27.5.2016 an sonja.scheidl@univie.ac.at.

Die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis zum 1.7.2016.

Konzeption und Tagungsplanung

Wiener Medienpädagogik

Institut für Bildungswissenschaft

Universität Wien

Koordination: Christian Swertz (christian.swertz@univie.ac.at) +43-1-4277-46741

Organisation: Sonja Scheidl (sonja.scheidl@univie.ac.at) +43-1-4277-46811

Nachfragen: Wolfgang Ruge (wolfgang.benjamin.ruge@univie.ac.at) +43 1 4277 46748

Die Beiträge zum Tagungsthema können im Jahrbuch Medienpädagogik oder einer Schwerpunktausgabe der Zeitschrift Medienpädagogik veröffentlicht werden. Die weiteren Beiträge können im Bereich Forschung der Zeitschrift Medienimpulse veröffentlicht werden.

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