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Keynotes

David Buckingham:
Is media education a discipline? And does it matter if it isn’t?

Some have argued that media education needs to be recognised as a formal discipline with its own characteristic modes of enquiry and objects of study. Others argue that, on the contrary, it is merely a hybrid field without any unique or legitimate epistemological status. Meanwhile, some have claimed that media education offers a revolutionary challenge to traditional definitions of knowledge. And at the level of the school curriculum, there has been a continuing debate about the best strategic approach to promoting media education, whether as a specialist subject, as an element of other subjects, or as a cross-curricular theme. In this presentation, I will evaluate these competing claims, arguing for a pluralistic, inclusive approach that reflects the diverse and pragmatic histories of curriculum change.

 

Christian Filk:
„Logiken der Medienbildung“ –
Zur epistemologischen Verortung eines emergierenden Faches

Wer oder was ist ‚Medienbildung‘, ‚-pädagogik‘ und ‚-didaktik‘? Wie positionieren sie sich im Streit der Fakultäten? Und welche Funktionen schreiben sie sich in gesellschaftlichen Kontexten zu?

Antizipiert man den in der Wissenschaftsforschung ausgemachten Trend zur Konstitution transdisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsfaktoren respektive transdisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsformationen, so wird dieser Sachverhalt offenbar in der Medienbildung, -pädagogik und -didaktik mit einer Zunahme inter-, multi- und/ oder transdisziplinärer (Selbst-)Beobachtungen und (Selbst-)Beschreibungen – insbesondere sozial-, kultur- sowie informatikwissenschaftlicher Provenienz – reflektiert.

Doch nun gilt: „Wissensproduktion ist […] gegenüber ihrer eigenen Geschichte“, so der Soziologe Wolfgang Krohn, „immer in zweifacher Weise erzählend: selektiv und strukturbildend.“ – Hier treffen wir auf den Sachverhalt der disziplinären Selbstreferenzialität.  In ihrer Rekonstruktion ist eine (Sub-)Disziplin maßgeblich von ihrer eigenen Selbstreferenzialität, mithin der Selbstreferenzialität ihrer Problemgeschichte(-n) abhängig. Es ist gerade die Konstruktion der (Dis-)Kontinuität der eigenen Problemorientierung, die eine bestimmte (Sub-)Disziplin in ihrer Anschlussfähigkeit selegiert und limitiert, potenzialisiert und aktualisiert.

Wird insbesondere in der Abgrenzung zur eigenen internen Umwelt des Wissenschaftssystems, wo man auf andere wissenschaftliche Disziplinen trifft, auf eine (intra-)disziplinäre (Selbst-)Beschreibung der eigenen Scientific Community insistiert, so vermag man kaum, den jüngeren transdisziplinären Entwicklungen – gerade an den Grenzen und Rändern des eigenen Forschungskalküls – gewahr werden, wobei Transdisziplinarität mit – Jürgen Mittelstraß gesprochen – meint: „daß Kooperation zu einer andauernden, die fachlichen und disziplinären Orientierungen selbst verändernden wissenschaftssystematischen Ordnung führt.“

Der Vortrag unternimmt den Versuch, die jüngere Geschichte der sich dynamisierenden Medienbildung mittels einer systemtheoretischen Wissenschaftsforschung zu analysieren. Dabei werden nicht nur einzelne Forschungsrichtungen innerhalb der Formierung einer ‚medienbildungswissenschaftlichen‘ Episteme strukturell nachgezeichnet, sondern darüber hinaus auch auf die Realisierung (post-)klassischer Differenzierungsschemata im Wissenschaftssystem hin befragt. Durch die Untersuchung von (Selbst-)Beschreibungslogiken in diesem kognitiven Feld soll nicht zuletzt Beitrag zur Rekonstruktion transdisziplinärer Wissenschaftskulturen in dieser Domäne geleistet werden.

Univ.-Prof. Dr. phil. Christian Filk ist Professor für Medienpädagogik und interdisziplinäre Medienforschung an der Europa-Universität Flensburg (EUF). Dort leitet das Seminar für Medienbildung.

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