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Fachtag der GMK Fachgruppe Qualitative Medien‐ und Kommunikationsforschung

Einladung als PDF

Visuelle Soziologie meets Medienpädagogik

Kindliche Lebenswelten erweisen sich als visuelle Medienwelten: Ein Blick auf Facebook, Instagram oder Snapchat zeigt die hohe Relevanz, die Bilder und Videos in der Kommunikation unter Kindern und Jugendlichen besitzen. Innerhalb der Medienpädagogik besteht Einigkeit darüber, dass zeitgemäße Mediensozialisationsforschung diese visuellen Kommunikationskulturen nicht übersehen darf. Als Problem stellt sich dabei die Medialität des Materials dar, welche die Dominanz des Textes in der qualitativen Forschung herausfordert. So wird vor allem im Forschungsprogramm der Strukturalen Medienbildung (Jörissen/Marotzki 2009) auf die Eigenlogik des Medialen verwiesen und eine Methodik zur Analyse unterschiedlicher Medialitäten entworfen, die sich forschungspraktisch aber auf professionelle Medienproduktionen beschränkt. Wie ein methodisch angemessener Zugang zu den Bildpraktiken von Kindern und Jugendlichen aussieht, ist eine offene Frage. Hierfür scheint uns ein Blick über den Tellerrand weiterführend, da sich auch in der Wissenssoziologien die Frage nach Medialitäten aufdrängt und zur Etablierung des Forschungsfeldes der Visuellen Soziologie führte (vgl. hierzu etwa: Lucht/Schmidt/Tuma 2013, Müller/Raab/Soeffner 2014), welches thematische Schnittmengen zu Gegenständen der Medienpädagogik aufweist, wie z.B. das in Kürze erscheinende Heft der Zeitschrift für Qualitative Forschung zur materialen visuellen Soziologie (Breckner/Raab i. E.) zeigt.

Wir wollen den diesjährigen Fachtag nutzen, um unter dem Motto „Visuelle Soziologie meets Medienpädagogik“ den Austausch zwischen den (Sub‐) Disziplinen zu intensivieren. Hierbei stehen jedoch nicht nur die Theorien im Mittelpunkt, sondern es wird ebenso ein Einblick in die Forschungspraxis gewährt. Hierzu gelang es, Frau Professorin Dr. Roswitha Breckner von der Universität Wien als Gastrednerin zu gewinnen. Sie wird in einem Vortrag mit dem Titel „Bildverstehen: Bildwahrnehmung und Bildinterpretation mittels Visueller Segmentanalyse“ die von ihr vertretende Variante visueller Soziologie vorstellen und anschließend im Format der Forschungswerkstatt anhand kleiner Aufgaben die praktische Arbeit am Material demonstrieren.

Um die Hürden der Anreise zu minimieren, haben wir uns entschieden, den Fachtag im Vorfeld der für viele interessanten Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik der DGfE zu veranstalten. Der Fachtag findet

am Mittwoch, den 28. September 2016
im HS 1 des Instituts für Bildungswissenschaft
in der Sensengasse 3a, 1090 Wien statt.

Die Anmeldung erfolgt aus organisatorischen Gründen über das Anmeldeformular der DGfETagung:

http://medienpaedagogik.univie.ac.at/herbsttagung/organisation/anmeldung3/,

eine Teilnahme ist aber auch ohne anschließenden Besuch der Tagung möglich. Es wird dann kein Tagungsbeitrag erhoben.

 

 

Auf ein Wiedersehen in Wien freuen sich im Namen der Fachgruppe

Benjamin Jörissen, Thomas Knaus und Wolfgang Ruge

 

 

Literaturhinweise:

Breckner, R./Raab, J. (Hg.) (i.E.): Materiale Visuelle Soziologie. Zeitschrift für Qualitative Forschung. Heft 1+2/2016.

Jörissen, B./Marotzki, W. (2009): Medienbildung ‐ Eine Einführung. Bad Heilbrunn.

Lucht, P./Schmidt, L.‐M./Tuma, T. (Hg.) (2012): Visuelles Wissen und Bilder des Sozialen. Wiesbaden.

Müller, M. R./Raab, J./Soeffner, H.‐G. (Hg.) (2014): Grenzen der Bildinterpretation. Wiesbaden.

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